Über die Ausstellung

Die Idee

„Für M.“ ist eine Wanderausstellung zu sexualisierter Gewalt, K.O.-Tropfen und Konsens. Acht Stationen (neun Stationen bei der Unternehmens-Edition) führen durch Mythen, Zahlen, persönliche Geschichten und konkrete Handlungsmöglichkeiten. Die Ausstellung kann ab jetzt für 2027 deutschlandweit von Bildungseinrichtungen ab 16 Jahren, Kommunen, gemeinnützigen Trägern, Unternehmen sowie Polizei und Justiz gebucht werden.

8thematische Stationen
ab 16Jahren
ca. 1,5 hmit allen Kurzvideos

Was Besucher*innen erwartet

Die Ausstellung umfasst acht thematische Stationen, dazu einen Rückzugsraum sowie Informationen zu Anlaufstellen und Angeboten für Betroffene. Expert*innen-Videos zur Vertiefung der Inhalte, Audio-Geschichten von Betroffenen oder Mitmach-Elemente ergänzen die einzelnen Stationen.

Für die Audios und Videos werden ein eigenes Smartphone oder Tablet und Kopfhörer benötigt. Die Beiträge sind über QR-Codes abrufbar. So können Besucher*innen selbst bestimmen, in welchem Tempo und in welcher Tiefe sie sich auf die Themen einlassen wollen.

So barrierearm wie möglich

Menschen mit Behinderung sind überproportional von sexualisierter Gewalt betroffen. Gerade sie dürfen von einer Ausstellung zu diesem Thema nicht ausgeschlossen werden.

Alle Videos sind untertitelt, zu allen Audios gibt es synchrone Transkripte und sämtliche über die QR-Codes abrufbaren Inhalte stehen zusätzlich in Einfacher Sprache zur Verfügung. Für sehbehinderte Menschen gibt es eine Audiodeskription der gesamten Ausstellung. Triggerwarnungen kündigen belastende Inhalte an und ein Rückzugsraum bietet jederzeit einen geschützten Ort. Außerdem bietet die Nutzung von Kopfhörern insbesondere traumatisierten, neurodivergenten und sensiblen Menschen eine erträglichere Geräuschkulisse.

Besuchsdauer

Die Dauer eines Besuchs richtet sich nach dem eigenen Tempo. Die Expert*innen-Videos gibt es in der Regel als Kurzversion (ca. 5 Minuten) und als Langversion (ca. 15–20 Minuten).

Wer alle Stationen mit den Kurzversionen sehen will, braucht rund eineinhalb Stunden. Wer weniger Zeit hat, kann einzelne Themen gezielt auswählen und andere überspringen. Für die Unternehmens-Edition gelten aufgrund der neunten Station abweichende Angaben.

Rundgang durch die Ausstellung

Station 1

Mythen vs. Realität

Die Elemente dieser Station stellen die hartnäckigsten Mythen der Realität gegenüber. Sie zeigen, wie tief diese Annahmen in unserem Denken sitzen und wie sie Betroffenen schaden können.

Station 2

Victim-Blaming

„Was hattest du an?“ Diese Frage verschiebt die Verantwortung von Täter*innen auf Betroffene und ist ein typisches Beispiel für Victim-Blaming.

Die Kleidungsstücke an dieser Station verbinden Betroffene mit ihrer Geschichte von sexualisierter Gewalt, die sie selbst erzählen. Dadurch wird deutlich, dass Kleidung keine Rolle spielt und die Verantwortung immer bei denen liegt, die Gewalt ausüben.

Station 3

Zahlen, Daten, Fakten zu sexualisierter Gewalt

Hier geht es um Tatkontexte, die Unterschiede zwischen Hellfeld und Dunkelfeld, welche Rolle Machtverhältnisse spielen oder wie geschlossene Systeme Gewalt begünstigen. Eine Grafik zeigt, wie aus vielen Fällen am Ende sehr wenige Verurteilungen werden.

Opferanwältin Hanna Lösel spricht als Expertin im Interview darüber, weshalb das Strafverfahren für Betroffene oft schwierig ist und warum es das klassische „Opfer“ nicht gibt.

Station 4

Digitale sexualisierte Gewalt

In dieser Station geht es um bildbasierte Gewalt, Deepfakes, Cybergrooming, Sextortion oder Online-Stalking.

Was diese Formen ausmacht, wen sie treffen und welche Wege zur Unterstützung und rechtlichen Verfolgung es gibt, erläutert Anna-Lena von Hodenberg, Mitgründerin und Geschäftsführerin von HateAid, im dazugehörigen Video.

Station 5

K.O.-Tropfen

Diese Station behandelt Wirkungsweise, Verbreitung und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema K.O.-Tropfen. In der interaktiven Web-Experience „I Got Spiked“ kann man am Partygeschehen teilnehmen und selbst Entscheidungen treffen: Würdest du beispielsweise deiner Freundin sagen, dass du ein komisches Gefühl in Bezug auf ihre neue Bekanntschaft hast?

Expertin Nina Fuchs spricht im Video darüber, ob man sich vor K.O.-Tropfen schützen kann und warum „Pass auf dein Glas auf!“ vielleicht gar kein so hilfreicher Tipp ist.

Station 6

Konsens

Die Elemente an dieser Station setzen sich damit auseinander, was Konsens ist, wie sich echter Konsens von vermeintlichem Konsens unterscheiden lässt und was das Thema mit unserem Sexualstrafrecht zu tun hat.

Hier entsteht ein positiver Gegenpol zu den vorherigen Stationen und gleichzeitig die Grundlage einer Kultur, in der Übergriffe gar nicht erst entstehen. Ein kurzes, prägnantes und auch humorvolles Video bringt das Thema auf den Punkt.

Besucherin mit Kopfhörern und Smartphone vor einer Ausstellungstafel
Station 7

Trauma und Heilung

Wie sich ein Trauma nach sexualisierter Gewalt zeigen kann und welche Wege aus der Ohnmacht in die Selbstwirksamkeit führen, davon handelt diese Station. Ergänzt wird sie durch einen Flyerständer mit Anlaufstellen, Angeboten und Communities für Betroffene.

Traumatherapeutin Mai Nguyen und Maike Bublitz, Geschäftsführerin der Beratungsstelle Frauennotruf München, sprechen in den Expertinnen-Videos darüber, wie eine Traumatherapie aussehen kann und warum der Weg in eine Beratungsstelle so empfehlenswert ist.

Station 8

Was kann ich tun?

„Was kann ich tun?“ fragt diese Station und gibt den Besucher*innen konkrete Handlungsoptionen an die Hand. Es geht um Bystander-Verhalten, Aufklärung im persönlichen Umfeld und politisches Engagement.

Zwei Mitmach-Elemente laden dazu ein, eigene Gedanken oder Wünsche zu hinterlassen und sich an einer kleinen anonymen Statistik zu beteiligen. SafeNow-Gründer Tilman Rumland stellt im Video seine Hilferuf-App vor und spricht über Zivilcourage.

Unternehmens-Edition

Für M. als AGG-Schulungsmaßnahme

Laut AGG sind Arbeitgeber*innen verpflichtet, Mitarbeitende vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen und geeignete Schulungsmaßnahmen zur Prävention durchzuführen. 68 % der Frauen in Deutschland haben im Laufe ihres Berufslebens eine sexuelle Belästigung im Arbeitskontext erlebt.

Die Unternehmens-Edition umfasst alle acht Stationen plus Station 9 mit Schulungsvideos, Wissenstest und persönlichem Teilnahmezertifikat. Ab 6.499 € netto, gestaffelt nach Mitarbeitendenzahl.

Zur Unternehmens-Edition →
Detail einer Ausstellungstafel mit Zahlen